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So wird Ihr Prachtstück richtig gepflegt und gelagert



Reine Pflege im Schonwaschgang

Eine schöne, wertvolle Füllfeder liegt oft auf manch vornehmem Schreibtisch in ihrer Schatulle und wird nur selten zum Schreiben eingesetzt. Dann leidet das Prachtstück unter seiner Untätigkeit; es sei denn, es wird richtig gepflegt und gelagert.

Mit wertvollen Füllfedern wird heutzutage nur noch selten geschrieben. Oft steckt das schöne Stück stolz im Hemd, zeigt sein Logo, und wenn es dann mal zum Schreiben hervorgeholt wird, ist es eingetrocknet. Schnell nachgefüllt, schreibt es wieder, aber nicht mehr so gut. Bald findet sich im Tank und im Tintenleitsystem ein fetter Tintensirup, der alles verstopft. Es verdunstet weitaus mehr Tinte, als sie verschrieben wird. Und die häufigste Reparatur ist der verstopfte Füllfederhalter.
Oft ist alles so sehr verkrustet, dass der gesamte Halter demontiert und gereinigt werden muss. Daraus erwächst die wichtigste
Regel zur Pflege einer Füllfeder: Vor dem erneuten Befüllen mit Tinte sollte der Halter einmal oder bei Bedarf mehrmals mit Wasser gefüllt und wieder geleert werden. Schwarze Tinte wird in der Regel mit Russanteilen hergestellt und verlangt noch häufiger nach einer solchen Prozedur. Kolbenfüllfedern lassen sich problemlos mit Wasser betanken; für die Reinigung einer Patronenfüllfeder wird ein Kolbenkonverter benötigt, der anstelle der Patrone eingesetzt wird. Ein guter Fachhändler hat inzwischen ein kleines Ultraschallgerät für die schnelle Reinigung zwischendurch.

Lagerung spaltet die Geister
Gespaltet hingegen ist die Sammlergemeinde bei der Frage: «Wie lagern? Gefüllt oder ungefüllt?» Auf jeden Fall muss die Tinte aus dem Tank heraus, wenn klar ist, dass mit der Feder lange nicht mehr geschrieben wird. Vor dem Einlagern in die Sammlung sollte der Tank auch einmal mit Wasser gespült werden. Die Frage ist dann: Soll nun das Wasser im Tank  verbleiben oder soll der Tank wieder geleert werden? Besonders heikel wird es bei der antiken Kolbenfüllfeder mit Naturkorkdichtung. Trocknet dieser ein und schrumpft er ein wenig, schon leckt der Halter beim erneuten Befüllen. In diesem Fall hilft ein erstes Befüllen mit ein wenig Wasser. Der Kork quillt wieder auf, und schon zieht er wieder. Eigentlich muss aber ein solcher schwacher Kork schon ausgetauscht werden. Wasser sollte trotzdem nicht über lange Zeit im Füllfederhalter verbleiben, gerade nicht bei einer Dichtung aus Naturkork. Die im Wasser schwimmenden Bakterien fänden als einzige Nahrung den Korken, der dann über kurz oder lang aufgefressen (verrotten) würde. All diese Überlegungen gelten jedoch nicht bei modernen Füllfedern. Hier gilt nur die eiserne Regel: Keine Tinte im Tank eintrocknen lassen. Ob Wasser im Tank bleibt oder nicht, ist unwesentlich.

Licht schädigt das Prachtstück
Sammlerstücke aus Hartgummi (Ebonit) müssen auch vor dem Licht geschützt werden. Vor allem das Sonnenlicht verfärbt den Hartgummi. Sammlermöbel und -mappen werden von allen namhaften Herstellern angeboten und nehmen die kleine  Sammlung an Federn auf.

Das richtige Behandeln eines Sammlerstückes
Ein Sammlerstück will auch mal restauriert werden; zum Beispiel sind Korrekturen an der Feder notwendig. Die beiden  «Nibmeister» John Mottishaw von Nibs.com und Greg Minuskin von Nibretipping.com richten verbogene Federn, schleifen
nach Kundenwunsch besondere Federstärken oder setzen sogar neue Iridiumkörner. Eine gute antike Feder muss schreibbereit
sein, das Füllsystem sollte möglichst erneuert worden sein. Wer eine nicht restaurierte Füllfeder kauft, erwirbt das Risiko des
Bruches beim Reparaturversuch gleich mit. Risse oder Ausbrüche am Kappenrand mindern ganz besonders den Wert, ebenso
wie Namensgravuren des Vorbesitzers. Eine grosse Auswahl an Federstärken hat es meist nicht, eine jede Füllfeder ist quasi
ein Einzelstück. Der Käufer sollte sich ein gutes Makrofoto der Feder zeigen lassen, und eventuell eine Schreibprobe. Schäden
an der Feder sind nur aufwendig zu reparieren. Wichtig ist auch die Prüfung, ob die «inprints» (Aufdrucke der Marken- und Modellnamen) noch gut erhalten sind. Vergoldungen von Clips und Zierbändern sind oft abgerieben und nur schwer  restaurierbar. Zelluloid und Hartgummi sind die wichtigsten Kunststoffe, aus denen antike Federn hergestellt wurden. Beide finden sich oft mit starken Verfärbungen, die den Wert einer Füllfeder ganz enorm senken können. Wer zum Beispiel einen Parker Duofold Senior in der Farbe Jadegrün Zelluloid findet, zahlt entweder 150 Dollar für einen stark verfärbtes Exemplar oder bis zu 2000 Dollar für das gleiche Modell ohne jeden Makel.

Grundüberholung ist unabdingbar
Ein antikes Sammlerstück braucht in der Regel eine Grundüberholung, eine vorsichtige Reinigung mit Wasser, eine Prüfung
der Fülltechnik und normalerweise ein neues Innenleben. Frühe Füllsysteme haben einen Gummischlauch als Tank, der
meist verhärtet ist und ausgetauscht werden muss. Bei vielen anderen Füllfederhaltern muss die Korkdichtung erneuert
werden. Schon diese einfachen Arbeiten verlangen Vorsicht und Erfahrung des Spezialisten.

Quelle: Scriptura 2008, Seiten 80 bis 81
Autor: Tom Westerich

Die Kunst des schönen Schreibens und der Schreibkultur besitzt eine lange Tradition, die von den ersten Schriftzeichen der Sumerer bis zu scriptura reicht: Hier präsentieren sich mehr als Schreibwaren in Vollendung. Handgeschriebene Briefe sind auch in Zeiten von E-Mails und Kurznachrichten ein ganz besonderer Ausdruck der Achtung und Zuneigung. Der lebendige Rhythmus der Handschrift gleicht den geschmeidigen Bewegungen des Körpers beim Tanz . Dazu gehören selbstverständlich Schreibutensilien und Schreibwaren, die in ihrer Perfektion ihresgleichen suchen. Gut gefertigte  Schreibwerkzeuge sind Ausdruck einer hohen Kultur des Schreibens, die sich in einer grossen Vielzahl an Stiften der Spitzenklasse widerspiegelt. Scriptura heisst mehr als nur Schreiben . Wer einmal einem japanischen Kalligrafen auf den Pinsel blicken durfte, weiss, dass Schrift mehr als ein simples Zeichen ist.

Schreibgeräte

Wer in der Schule noch mit einem Füllfederhalter schreiben gelernt hat, kennt die Finessen, die diese Kulturtechnik einst den Eleven abverlangte: Das fleckenfreie Tanken des Füllers mit Tinte war eine der Herausforderungen der ersten Schuljahre. Noch in der Nachkriegszeit waren die meisten Finger tintenblau.

Die edlen Schreibwaren, die scriptura präsentiert, bieten mehr als eine Reminiszenz an vergangene Zeiten .

Bleistift

Ein schlanker Bleistift, klassisch mit der satt-schwarzen Mine aus Grafit, mit Radiergummi und Spitzer bieten passendes Werkzeug für flüchtige Skizzen, leisten ihren treuen Dienst bei Hitze und Frost gleichermassen, dienen in der Beletage ebenso wie in Expeditionszelten. In der Kulturgeschichte ist der Bleistift eine Konstante, er diente vielen Menschen zu mehr als zum Schreiben. Auch Johann Wolfgang von Goethe schätzte den Bleistift sehr, er verhindere, dass ihn das "Scharren und Spitzen" aus seinem "nachtwandlerischen Dichten und Denken aufschreckte".

Füllfederhalter

Das handschriftliche Schreiben mit dem Füller ist auch heute noch formvollendete Schreibkultur. Wichtige Dokumente werden mit ihm unterzeichnet und somit zu Zeugnissen. Ein findiger Schwabe steckte vor dreihundert Jahren drei Gänsekiele ineinander - das war der Beginn einer grossartigen Entwicklung. Der Amerikaner Waterman erfand 1883 das Prinzip der modernen Füller, welches bis zum heutigen Tag funktioniert: Unter der runden Federwölbung sitzt ein Hartgummi mit feinsten Kapillarrillen. Diese saugen so viel Tinte zur Spitze des Füllfederhalters, wie eben auf das Papier fliesst. Ein Jahr später erfand der Lehrer George Parker den Füller noch einmal. Beide - Parker und Waterman  - sind heute in Amerika nationale Helden, die jedes Kind kennt. Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise entwickelte Pelikan in Deutschland ein Patent, wie sich Füller sauber füllen liessen: Mit einer Kappe liess sich innen ein Kolben schrauben, mit der die Tinte in das Reservoir eingesaugt werden konnte. Weil dieser Füllfederhalter gestreift war, wurde er nach den ebenfalls gestreiften Hosen des damaligen Aussenministers Stresemann benannt. So ranken sich rund um die hochwertigen Schreibgeräte in scriptura viele Legenden und Geschichten - deswegen sind sie mehr als nur simple Schreibgeräte. Die hohe Schreibkultur der Federhalter mit ihren klangvollen Namen ist auch im Zeitalter von Tastaturen und Touchscreen gefragt, wie nie zuvor.

Kugelschreiber

Piloten der britischen Luftwaffe Royal Air Force waren 1944 die Ersten, die mit 30 ‘000 neuartigen Stiften, Kugelschreiber genannt, ausgerüstet wurden. Der Erfinder, László József Bíró war Journalist und Redakteur und wollte eine schnell trocknende Tinte zum schnellen Schreiben haben. Doch die Druckfarbe war für den Federhalter zu zäh. Erst die Kugel bringt den Durchbruch: Beim Schreiben dreht sie sich und bringt die Schreibflüssigkeit auf das Papier. 1938 patentiert, beginnt Bíró 1943 in Argentinien mit der Produktion. Scriptura zeigt formvollendete Kugelschreiber für die Handschrift der Extraklasse, stilvoll und elegant, mit den dazu passenden Schreibwaren.

Roller

Eines der jüngsten Kinder der grossen Familie der Schreibgeräte ist der Roller, auch Tintenroller oder Roller ball pen genannt. Mit seiner Schreibkugel an der Spitze ähnelt er dem Kugelschreiber, doch der Roller verschreibt statt dessen Schreibpaste flüssige Tinten und vereint somit die Vorzüge von Füllfederhalter und Kugelschreibern. Entweder in einem Faserspeicher oder in einem Vorratstank wartet die Schreibflüssigkeit, bis sie leicht von der Hand geleitet aus dem Stift auf das Papier gleitet. Roller ergänzen die Stiftefamilien der grossen Marken perfekt und sind ebenso hochwertig und exklusiv gefertigt.

Accessoires

Zu einer vollendeten Schreibkultur zählen auch die Accessoires, welche das sinnliche Erleben des Schreibens erst vollkommen machen .